„America, my Love!“: Die Acoustic Band des
Helene-Lange-Gymnasiums spielte auf
Stars and Stripes im Helene-Lange Gymnasium: Auf einen herzbewegenden
musikalischen Tripp nach Amerika begab sich die hauseigene Acoustic Band.
Lang, sehr lang ist’s her, mehr als 40 Jahre sind vergangen. In den Köpfen
vieler (Alt-)68er jedoch sind das Woodstock-Festival und seine Songs so
präsent, als sei es erst gestern über die Wiese gegangen.
Unvermindert intensiv ist die Auseinandersetzung mit
der so geliebten wie kritisch betrachteten Nation Amerika. Die Weltmacht, die
sowohl für den Traum von unbegrenzter Freiheit, aber auch für Kriege wie in
Vietnam, im Irak und in Afghanistan steht, sie polarisiert immer noch und nach
wie vor. „Nach acht Jahren Bush sind wir jedoch auf dem Weg, wieder Freunde zu
werden“, meint Robert Meckler. Und so haben er und die Acoustic Band
des Helene-Lange-Gymnasiums die Musik jener Flower-Power-Zeit wieder aufleben
lassen.
Als Einstieg ins Programm mit dem Titel „America, my Love! Woodstock 40 Years“
erklang denn auch „Carry on“ und „Déjà vu“ von Crosby, Stills, Nash & Young.
Zurück zu den Wurzeln des Blues und Country ging es mit „Gimmie one reason“
von Tracy Chapman und Leonard Cohens „Coming back to you“. Fehlen durfte in
diesem Rahmen natürlich auch nicht ein Song der Rock-Legende Frank Zappa,
wobei man sich hier für eine eher selten zu hörende Country-Nummer entschied.
Weit gespanntes Repertoire
Auf eine Zeitreise, beginnend in den 30er Jahren der USA bis in die Gegenwart,
entführte die Band im Anschluss daran die leider nicht sehr zahlreich
erschienenen Zuhörer in der HLG-Altbauhalle. An Charlie Chaplin erinnerte
dessen Evergreen „Smile“, wie überhaupt das Repertoire dieser originellen Band
— sie besteht aus alten „Veteranen“ und ehemaligen bzw. künftigen Abiturienten
des Gymnasiums — weit gespannt ist und von „Bey mir bist du scheyn“ über
„California Dreamin’“ von The Mamas and the Papas bis hin zu Michael Jacksons
„Earth Song“ reicht.
Mit einem Medley aus Woodstock-Songs schloss sich der Kreis. Leadsänger und
Gitarrist Robert Meckler, Sängerin Sigrun Häusler, Tobias Stich an der
Gitarre, Adrian Herzog an den Drums und Julia Grünsteidel (Violine und
Saxofon) sowie Volker Gerner (Gitarre und Gesang) und Werner Krick am Bass
bewiesen, dass der Sound, der jenseits vom Großen Teich kommt, heute immer
noch den gleichen Beat besitzt wie damals.
„What a wonderful world“ — man könnte aber auch sagen: „What a wonderful
evening“. svo

Ein Countrybarde aus Texas? Joe Cockers Gitarrist? Falsch.
Robert Meckler, kreativer Kopf der Acoustic Band des HLG, bei der Arbeit am
Freitagabend.
Foto: Hans-Joachim Winckler