Bestnoten für das Schulklima am HLG
Gymnasium von Unicum Abi ausgezeichnet — Motivationstrainer Bischoff zu Gast


Das Schulklima am Fürther Helene­Lange-Gymnasium muss erstklassig sein. Zumindest erhielt das HLG in einer Online-Abstimmung der bundesweiten Schülerzeitschrift UnicumAbi dafür Bestnoten — von den eigenen Schülern. Die Bochumer Redaktion verlieh dem HLG nun einen Preis und schickte den Motivationstrainer und Ex-Basketball-Nationalspieler Christian Bischoff nach Fürth.

 

FÜRTH (hbi) — Schulleiter Rainer Erhardt redet gar nicht lange drumherum. Ja, er sei selber ganz baff gewesen, sagt er. Nicht, dass er die Atmosphäre an seiner Schule für schlecht hält. Aber Platz eins unter allen Schulen im Land, die zum Abitur führen? Dass die Schüler das Klima am HLG als so hervorragend einschätzen, das hätte Erhardt dann doch nicht gedacht.
Die Fakten: Beim Wettbewerb „Schule des Jahres 2009“ konnten Gymnasiasten und Schüler anderer Schulen, die zum Abitur führen, ihrer Bildungseinrichtung online ein Zeugnis ausstellen. Noten gab es sozusagen in sechs Fächern, nämlich für Unterrichtsqualität, Lernumfeld, Berufsorientierung, Medienerziehung sowie für Projekte und Arbeitsgruppen. Nach den Worten von Unicum-Sprecher Uwe Heinrich schnitt das HLG durch die Bank gut bis sehr gut ab. Beim Schulklima aber habe der Notenschnitt bei 1,1 gelegen. „Eine bessere Bewertung bekam keine andere Schule.“ „Am Wettbewerb beteiligten sich Schülerinnen und Schüler aus mehr als tausend Schulen bundesweit“, heißt es in der Presseinformation der Unicum-Redaktion. Auf Nachfrage freilich schrumpft die Konkurrenz. Zu vielen Schulen sei nur eine einzige Stimme abgegeben worden, räumt Heinrich ein. In die Wertung genommen habe man daher nur die Einrichtungen, für die 30 oder mehr Stimmen vorlagen. Übrig blieben immer noch 60 Schulen bundesweit.
 
„Ich freue mich über die Auszeichnung, aber ich brüste mich nicht damit“, sagt Schulleiter Erhardt und verweist darauf, dass das Klima an einer Schule nichts Abgeschlossenes sei. „An einem guten Schulklima muss man jedes Jahr aufs Neue arbeiten.“ Ein Job, den gestern Motivationscoach Bischoff übernahm, als er in der Turnhalle des HLG rund 400 Neunt- und Zehntklässlern die Sache mit dem Eimer erklärte.


Jeder trage einen solchen Behälter gewissermaßen in seinem Kopf spazieren, ruft der Erfolgsstratege in sein Mikrofon und schwenkt einen schwarzen Eimer. Lacher werden laut, Bischoff aber fährt fort: Bei manchen Menschen sei dieser Eimer randvoll mit Selbstvertrauen, bei anderen sei er leer. Nun frage sich, wie der Einzelne mit dem unsichtbaren Schöpflöffel umgehe, auf dem jeder Mensch sitze. Füllt er damit den Eimer seiner Mitmenschen auf? Richtet er freundliche Worte an sie? Oder missbraucht er den Löffel? Leert er damit die Eimer anderer, ärgert und mobbt sie? Bischoffs Botschaft: „Füllst du den Eimer anderer, dann füllst du auch deinen eigenen, und du fühlst dich besser.“ Solche Gedanken- und andere Spielchen kommen bei den Zuhörern gut an. Die 16- und 17-Jährigen machen begeistert mit — egal, ob der Mann mit dem roten Stirnband sie auffordert, die Arme hochzureißen oder sich Sinnsprüche wie „Töte niemals eine Idee“ zu notieren. Eine Ehrentafel und Bischoffs Besuch sind der Preis, den das HLG für sein Schulklima erhält. Beneidenswert, finden zwei Mütter, die von Altdorf nach Fürth gefahren sind, um Bischoff live zu sehen. Wenn der Coach bald am Altdorfer Leibniz-Gymnasium auftritt, dessen Elternbeirat sie angehören, dann koste das 3000 Euro, sagen die Frauen.
 


 

„Du lebst nur einmal, lebe auch so“: Motivationstrainer Christian Bischoff zog gestern rund 400 Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums in seinen Bann.
 Foto: Roland Huber